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Pakt für den Nachmittag

Es müssen noch zahlreiche Gespräche geführt werden. Auch schriftlich liegt noch nichts vor. Doch es ist keine Neuigkeit mehr, dass sich die Schullandschaft in Deutschland derzeit in einem tief greifenden Wandel befindet. Der Trend zur Ganztagsschule ist nicht mehr aufzuhalten. Dieses Vorhaben ist die eine Seite der Medaille, ihre Umsetzung die andere. Womit sich nicht nur heimische Schulen beschäftigen müssen, sondern auch die hiesigen Sportvereine. Denn für den Bereich des Staatlichen Schulamts für den Kreis Gießen und den Vogelsbergkreis gibt es bereits jetzt „mindestens 117 Sportangebote in 29 Sportarten“, mit denen Vereine vor Ort das schulische Angebot bereichern, wie Gunther Ratz vom Staatlichen Schulamt bei einem Treffen des Sportkreises Gießen mit Vertretern von Grundschulen und Sportvereinen berichtete. „Hier wird seit Jahrzehnten gute Arbeit geleistet“, bekräftigte Ratz.

Eine maßgebliche Neuerung, auf die sich beide Seiten jetzt einrichten müssen ist der „Pakt für den Nachmittag“, den das Hessische Kultusministerium zum nächsten Schuljahr einführen will. Dieser Pakt solle im nächsten Schuljahr eingeführt werden und erst einmal für zwei Jahre gelten, erläuterte Kerstin Gromes vom Staatlichen Schulamt. Und da sei Mittelhessen „ganz vorne dabei“. Denn von den 40 Grundschulen hierzulande wollen sich 18 bis 20 dem Pakt anschließen. Das heißt vor allem, dass das schulische Angebot bis 17 Uhr ausgeweitet werden kann. In dieser Zeit sollen zwar auch die Hausaufgaben erledigt werden, aber unschwer wird diese Zeitverschiebung besonders die Sportvereine zu einer Neustrukturierung ihrer bisherigen Übungsstunden gerade für den Nachwuchs unter zehn Jahren zwingen.

Eine Alternative ist, dass sich die Vereine – ähnlich wie beim Programm „Schule und Verein“ – in diesen Pakt miteinbringen und im Rahmen des Ganztagesangebots mit der Schule zusammen Übungsstunden anbieten. Das kann auch finanziell interessant für die Vereine sein, denn die zusätzlichen Mittel der Ganztagsbetreuung sollen von den Schulen sowohl für zusätzliche Lehrerstellen verwendet werden als auch zur Honorierung außerschulischer Betreuung. Sprich in diesem Fall die Vergütung für Übungsleiter. Eine finanzielle Beteiligung der Eltern werde ebenfalls erwogen, wie es Kerstin Gromes vorsichtig formulierte.

Doch nicht nur die heimischen Sportvereine müssen umdenken, viele Fragen sind auch bei den Schulen noch unbeantwortet. So fehlen teilweise die baulichen Voraussetzungen für den Ganztagesbetrieb (sprich für die Essensausgabe), zum anderen ist in etlichen Bildungseinrichtungen noch nicht genügend Personal vorhanden. Fahrprobleme bei Grundschulen mit einem Einzugsgebiet aus mehreren Gemeinden müssen ebenfalls gelöst werden. Und da auch an eine Ferienbetreuung im Rahmen des Paktes gedacht ist, muss die Frage der Hallenöffnungszeiten noch beantwortet werden. Nach den Osterferien soll in Elternabenden aber schon einmal Licht ins Dunkel gebracht werden.

Damit ist aber nicht vorgesehen, das bisherige Programm „Schule und Verein“ abzulösen. „Ganztagesangebote und Schule und Verein sind nebeneinander möglich“, stellte Gromes klar. Das etablierte Schule und Verein geht in diesem Jahr in eine neue Etappe, nachdem zum Schuljahr 2012/13 eine Anschubfinanzierung das bestehende, vor allem im heimischen Schulamtsbezirk sehr gut funktionierende Programm abgelöst hatte. „Das alte Programm lief hervorragend“, lobte Wolfgang Schleer vom Sportkreis die abgelöste Form der Kooperation.

Das Programm der dreijährigen Anschubfinanzierung mit 800 Euro Unterstützung im ersten, 600 im zweiten und 400 Euro im dritten Jahr läuft mit dem Schuljahr 2014/15 aus. Dabei können die Vereine das bewährte Programm nicht noch einmal neu auflegen – „obwohl die Kinder doch immer wieder neu sind“, wie Schleer einmal mehr die harsche heimische Kritik an den Entscheidungsträgern im Kultusministerium formuliert.

Neue Maßnahmen können beantragt werden, erläutert Gunter Ratz. Dabei müssen die Anträge bis zum 15. April bei ihm im Schulamt eingegangen sein. Die Gespräche in den Sportvereinen und mit den Grundschulen werden aber mit Sicherheit noch länger dauern.

Albert Mehl

 

 

 

on 07 April 2015

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